Wie hoch ist der durchschnittliche Spread für EURUSD? Analyse

Das Währungspaar EUR/USD ist das am häufigsten gehandelte Instrument am Forex‑Markt und gilt oft als König der Forex‑Paare. Es stellt den Euro gegen den US‑Dollar dar – die zwei liquidesten und weltweit am meisten genutzten Währungen. Aufgrund seiner Popularität achten Trader selbst beim Handel anderer Marktprodukte genau auf den EURUSD‑Spread. Denn der Spread dieses Paares kann ein guter Indikator für den breiteren Markt sein.

In diesem Artikel liefern wir eine fundierte Analyse des durchschnittlichen Spreads auf EUR/USD, erläutern seine Definition, Einflussfaktoren, Unterschiede zwischen broker sowie die Auswirkungen für Trader. Außerdem zeigen wir, wie Trader diese Informationen zu ihrem Vorteil nutzen können.

Was ist ein Forex-Spread?

Bevor wir uns den Durchschnittswerten widmen, klären wir das Konzept der Spreads. Im Forex-Handel ist der Spread die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Er stellt die Transaktionskosten dar, die Sie Ihrem broker für den Handel eines Währungspaars zahlen. Der Spread wird in Pips gemessen, der kleinsten Einheit der Kursbewegung bei einem Währungspaar.

Spreads sind wichtig, weil sie die Handelskosten direkt beeinflussen. Ein niedrigerer Spread bedeutet geringere Handelskosten, während ein höherer Spread die Kosten erhöht. Da EURUSD sehr liquide ist, weist es normalerweise die niedrigsten Spreads am Forex‑Markt auf und ist daher bei Tradern besonders beliebt. Wie hoch ist also der durchschnittliche EURUSD‑Spread? Schauen wir es uns an.

Durchschnittlicher EURUSD-Spread

Der durchschnittliche Spread auf EUR/USD ist keine feste Größe. Er kann je nach mehreren Faktoren schwanken. Dazu gehören:

Typ des broker

Ihre Wahl des broker ist einer der bedeutendsten Faktoren für den Spread, den Sie zahlen. Im Allgemeinen arbeiten broker nach zwei Hauptmodellen, darunter Market Maker gegenüber ECN/STP broker. Market‑Maker‑ (Dealing‑Desk‑) broker bieten häufig feste Spreads, die unabhängig von den Marktbedingungen konstant bleiben. Sie stellen ihren Kunden eigene Kurse und können die Gegenpartei eines Trades einnehmen. Der durchschnittliche Spread für EURUSD kann bei einem Market Maker auf 1,0 bis 3 Pips fixiert sein.

Der Vorteil ist die Vorhersehbarkeit, da Trader ihre Kosten unabhängig von der Marktvolatilität im Voraus kennen. Der Nachteil besteht darin, dass diese Spreads in der Regel breiter sind als der zugrunde liegende Interbankenmarkt, um den Gewinn des broker sicherzustellen. Im Gegensatz dazu verbinden ECN/STP‑ (Non‑Dealing‑Desk‑) broker Trader direkt mit einem Netzwerk von Liquiditätsanbietern (Großbanken, Finanzinstitute). Diese broker bieten üblicherweise variable bzw. Floating‑Spreads an, die die Echtzeit‑Geld‑ und Briefkurse ihrer Liquiditätsanbieter widerspiegeln.

Diese Spreads sind unter normalen Marktbedingungen im Allgemeinen enger, können sich jedoch bei hoher Volatilität deutlich ausweiten. Der durchschnittliche Spread für EUR/USD auf einem hochwertigen ECN‑Konto kann messerscharf sein – oft zwischen 0,1 und 1,0 Pips unter optimalen Bedingungen.

Marktliquidität

Dies ist ein weiterer wichtiger Faktor. Während der Spitzenzeiten, etwa wenn sich die London‑ und New‑York‑Sitzungen überlappen, ist die Liquidität bei EUR/USD am höchsten und die Spreads am niedrigsten. Sie können sogar unter 0,5 Pips fallen, insbesondere bei ECN‑Konten. Umgekehrt sinkt die Liquidität außerhalb der Handelszeiten oder an Feiertagen, und die Spreads neigen dazu, sich zu verbreitern. Außerhalb der Spitzenzeiten können die durchschnittlichen Spreads für das EURUSD‑Paar über 1,6 Pips liegen.

Marktereignisse

Wirtschaftliche Bekanntgaben, wie die US‑Non‑Farm‑Payrolls oder Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB), können zu sprunghaften Anstiegen der Spreads führen. Dies liegt daran, dass Liquiditätsanbieter ihre Quotes zur Risikosteuerung zurückziehen können. Jeder Trader sollte sich des Wirtschaftskalenders bewusst sein und den Handel während solcher Ereignisse vermeiden, wenn er Spread‑Spitzen aus dem Weg gehen möchte.

Kontotyp

Auch der bei einem broker geführte Kontotyp wirkt sich direkt auf den von Ihnen gezahlten Spread aus. broker bieten oft eine Reihe von Kontotypen für unterschiedliche Handelsstile und Kapitalgrößen an, jeweils mit eigener Preisstruktur.

Standardkonten sind die gebräuchlichsten Kontotypen und werden häufig ohne Kommission angeboten. Sie weisen in der Regel Floating‑Spreads mit einem Durchschnitt von etwa 1,0 Pips für das EURUSD‑Paar auf, ohne Kommission.

Ein weiterer gängiger Kontotyp bei broker ist das Raw‑Spread‑Konto. Es bietet direkten Zugriff auf die rohen Marktspreads der Liquiditätsanbieter, die bis auf 0,0 Pips sinken können. Zum Ausgleich erheben broker normalerweise eine feste Kommission pro gehandeltem Lot.

Auswirkungen für Trader

Der durchschnittliche Spread auf EUR/USD ist nicht nur eine Zahl. Er beeinflusst direkt die Handelskosten, die Wahl der Strategie und die Gesamtprofitabilität. Unterschiedliche Handelsstile sind davon verschieden betroffen:

  • Scalping und High‑Frequency‑Trading – Für Scalper und High‑Frequency‑Trader, die von kleinen Kursbewegungen profitieren wollen, haben broker mit ultraniedrigen Spreads Priorität. ECN‑Konten sind hier ideal, da der geringere Spread die Kommissionskosten über viele Trades hinweg ausgleicht.
  • Day‑Trading – Day‑Trader, die Positionen mehrere Stunden halten, benötigen Spreads, die eng genug sind, um die Gewinnmargen nicht zu schmälern, jedoch nicht zwingend messerscharf. Spreads zwischen 0,5 und 1,0 Pips sind in der Regel handhabbar, vorausgesetzt, Slippage und Ausführungsgeschwindigkeit sind ebenfalls zuverlässig.
  • Swing‑ und Langfriststrategien – Trader, die Positionen über Tage oder Wochen offen halten, reagieren weniger empfindlich auf Spreads, da ihre Gewinnziele deutlich größer sind. Dennoch verbessert die konsequente Nutzung von broker mit engeren Spreads über die Zeit die Nettorentabilität.

Einige der broker mit den niedrigsten EURUSD-Spreads

Schauen wir uns nun einige der führenden broker mit wettbewerbsfähig niedrigen durchschnittlichen EURUSD‑Spreads an.

Pepperstone

Pepperstone hebt sich als Top‑Adresse für Forex‑Trader mit niedrigen Kosten hervor, insbesondere beim EURUSD‑Paar. Auf dem Standardkonto bietet der broker einen Mindest‑Spread von 1,0 Pips auf das EURUSD‑Paar, der durchschnittliche Spread liegt bei rund 1,1 Pips. Auf dem Razor‑Konto beträgt der Mindest‑Spread 0,0 Pips, und der durchschnittliche Spread liegt auf diesem Konto bei 0,1 Pips.

Das Razor‑Konto erhebt jedoch je nach verwendeter Handelsplattform eine Kommission. Für Kunden, die die Plattformen MetaTrader 4 oder MetaTrader 5 nutzen, beträgt die Kommission je Seite und je Lot $3,50, 2,60 €, 2,25 £ oder 3,30 CHF – abhängig von der Kontowährung. Dieselbe Kommission von $3,50 je Seite und je Lot gilt für den Handel über TradingView und die Pepperstone Trading Platform.

Pepperstone Razor (Raw-Konto) Funktionen

Unterdessen profitieren cTrader‑Nutzer von etwas niedrigeren Gebühren, mit einer Kommission von $3,00 je Seite und je Lot. Bei Nicht‑USD‑Konten auf TradingView, cTrader oder der Pepperstone Trading Platform werden alle Kommissionen zum aktuellen Kassakurs in die Kontowährung umgerechnet.

Über EURUSD hinaus hält der broker ähnlich attraktive Konditionen über sein breites Angebot von mehr als 90 Währungspaaren und weiteren Instrumenten. Insgesamt bietet Pepperstone Zugang zu über 1.400 CFD‑Instrumenten in verschiedenen Märkten, darunter CFDs auf ETFs, Währungsindizes, Rohstoffe, Aktien und Indizes.

Auch wenn Regulierung allein nicht ausreicht, ist es stets besser, einen broker mit Zulassungen durch erstklassige Aufsichtsbehörden zu nutzen. Glücklicherweise verfügt Pepperstone unter anderem über Regulierung durch die FCA im Vereinigten Königreich, die CySEC in Zypern, die ASIC in Australien, die BaFin in Deutschland und die CMA in Kenia.

73.7% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD‑Handel

XM

XM ist ein weiterer broker, der durch niedrige durchschnittliche Spreads auf dem EURUSD‑Paar auffällt. Konkret liegt der durchschnittliche Spread bei XM auf dem XM Ultra Low‑Konto bei 1,1 Pips. Auf dem Standardkonto ist der durchschnittliche Spread bei diesem Paar mit 2,0 Pips deutlich höher. Beide Konten erheben keine Kommissionen.

XM bietet Kunden Zugang zu einer vielfältigen Auswahl an Handelsinstrumenten mit insgesamt über 1.000 verschiedenen Produkten. Insbesondere ermöglicht dieser broker seinen Kunden den Handel mit CFDs auf Forex, Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe, Metalle, Kryptowährungen und Energien. Dadurch können Trader ihre Portfolios über verschiedene globale Märkte hinweg diversifizieren. Für den Zugang zu diesen Produkten unterstützt der broker MetaTrader 4, MetaTrader 5 und die Trading‑App von XM.

Hinsichtlich der Regulierung ist XM von der CySEC, der DFSA im DIFC und der FSC in Belize lizenziert. Dieses multiregulierte Rahmenwerk ist einer der Gründe, warum XM zu einem der größten broker der Welt gewachsen ist.

74.3% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD‑Handel mit diesem Anbieter.

Abschließende Bemerkungen

Der durchschnittliche Spread auf dem EURUSD ist keine einzelne, statische Größe, sondern ein dynamischer Kostenfaktor, der von zahlreichen Variablen beeinflusst wird. Als das liquideste Währungspaar der Welt bietet es typischerweise die engsten Spreads am Forex‑Markt. Allerdings können die durchschnittlichen Spreads je nach Modell des broker, Kontotyp, Marktliquidität und zugrunde liegender Volatilität stark variieren – von unter 0,1 Pips bis über 3 Pips.

Die entscheidende Erkenntnis für Trader ist, dass das Verständnis dieser Variablen unerlässlich ist, um Kosten zu steuern und die richtige Strategie zu wählen. Letztlich ist der beste Ansatz, gründlich zu recherchieren und den eigenen Handelsstil sowie die Risikotoleranz zu berücksichtigen. Unabhängig vom Stil kann die Wahl eines broker, der zu Ihren Bedürfnissen passt, die langfristigen Renditen deutlich steigern.

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